Wir veranstalteten im Sommersemester 2012 folgendes Seminar:

„Hinter dem Faschismus steht das Kapital“ ist eine Standartparole auf linksradikalen Antifademonstrationen und die Quintessenz der von der autonomen Linken postulierten Strategie des „revolutionären Antifaschismus“. Aber ist der Faschismus wirklich „die offene, terroristische Diktatur der reaktionärsten, chauvinistischsten, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals“ (Dimitroff) oder gehört diese Analyse, in Zeiten in denen Nazis als Standortnachteil gelten, nicht eher längst auf den Müllhaufen der Geschichte ?
Und was soll eigentlich mit dem Begriff Faschismus bezeichnet werden? Nur Neonazis? Auch Islamofaschisten? George W. Bush?

Gerade für eine sich selbst als antifaschistische Linke labelnde Strömung ist es deshalb wichtig einen theoretischen Begriff des Faschismus zu entwickeln. Wir wollen das Seminar nutzen um uns mit den klassischen linken (Dimitroff / Bauer), aber auch mit totalitarismustheoretischen (Arendt), konflikttheoretischen (Neumann), konservativen (Nolte) und sozialpsychologischen Ansätzen vertraut zu machen. Schließlich wollen wir das Verhältnis Faschismus – Islamismus, sowie den Begriff des Postnazismus betrachten und darüber diskutieren wie eine zeitgemäße, antifaschistische Politik aussehen könnte.